Endlich eine Fachschaft
Etliche Jahre hat es gedauert bis das Institut für Grafik und Malerei eine Fachschaft erhielt. Erhält man eine Fachschaft? Bildet man eine? Oder hat man sie einfach? Fragen, die im Nachhinein nicht mehr so wichtig sind, vorher aber einiges Kopfzerbrechen brachten. Für viele stellt sich schon allein die Frage nach der Existenz eines solchen Instituts, das aus dem Amt des Universitätszeichenlehrers hervorgegangen ist. Es befindet sich jetzt im Gebäude des Instituts für Psychologie in der Gutenbergstraße, versteckt in zwei kleinen, abgelegenen Gängen im ersten und zweiten Stockwerk des linken Flügels. Studiert werden konnte es als Nebenfach in allen geisteswissenschaftlichen und manch anderen Studiengängen, heute dient es als zweiter Schwerpunkt für Studenten des B.A., deren Interessen ins Künstlerische gehen. Ein M.A.-Studiengang Grafik und Malerei ist aber auch schon in Planung, was hoffentlich zu einer Erweiterung sowohl in der Lehre als auch mit Räumlichkeiten führen wird. An einer Bewerbungsmappe und einer praktischen wie mündlichen Prüfung führt spätestens Ende des ersten Semesters kein Weg vorbei, soll doch eine gewisse künstlerische Begabung nachgewiesen und die Qualität des Studiums garantiert werden. Ist diese Hürde genommen, werden so viele künstlerische Möglichkeiten wie an besten Kunsthochschulen dargeboten: Abgesehen von Malerei und Zeichnung, kann auch in den jeweiligen Werkstätten Serigraphie, Hochdruck, Tiefdruck (Radierung, Ätzung…), Lithographie, Photographie und Grafikdesign praktiziert werden. Abgesehen vom geschäftsführenden Professor Eckhardt Kremers, wird das Institut noch von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern geleitet – Helmi Ohlhagen (die die Lichtinstallation am Spiegelslustturm geschaffen hat) und Jennifer Linder. Die große Anzahl der übrigen Dozenten stellt sich aus renommierten und bundesweit ansässigen Künstlern, Architekten, Grafikdesignern etc. zusammen. Obwohl die Schaffenden des Grafik und Malerei Instituts in vielen Projekten mit ihren Werken in der Stadt Marburg und Umgebung präsent sind (Elisabethjahr-Banner, Layoutdesign der Uni-homepage etc.), sind sie dies noch nicht im Bewusstsein der Leute, auch nicht der Studierenden. Dies soll sich nun ändern. Mit der …ja, was nun?… vielleicht: „Geburt“ einer Fachschaft soll der erste Schritt in eine bessere Zusammenarbeit mit allen Gremien und natürlich anderen Fachschaften getan werden. (An dieser Stelle ein Dank an die Fachschaft Psychologie für die Bereitstellung ihres FS-Raumes.) Wir hoffen auf erhöhte Präsenz und damit mehr Interessenten, die ihrer künstlerischen Ader freien Lauf lassen wollen. Zudem sollen in den nächsten Jahren viele interfachschaftliche und interdisziplinäre Projekte verfolgt werden: Z.B. Ausstellungen von Werken Studierender in allen Einrichtungen bzw. aus allen Fachbereichen. Es könnten auch kunstbegabte Mathematiker, Germanisten, Mediziner, Biologen, Juristen, BWLer etc. mitwirken – bisher nicht dagewesene Möglichkeiten, die noch in der Zukunft liegen, hoffentlich aber irgendwann realisiert werden können. Um solche Projekte zu verwirklichen, sind wir natürlich auf stetigen „Nachwuchs“ aus den jüngeren Semestern angewiesen – etwas, das jede Fachschaft haben muss. Diesbezüglich sind wir aber optimistisch. In diesem Sinne verabschieden wir uns und hoffen auf eine gute Kooperation mit euch allen.
Alexandra Palczewski von der Fachschaft Grafik und Malerei