Wer sich – wie die TellerRand-Redaktion – schon immer fragte, wer hinter der französischen Frauenstimme steckt, die immer wieder sympathisch Ansagen in unserer Mensa Erlenring macht, wird hier und jetzt endlich Antwort finden! Wer steckt hinter den Ansagen über Geburtstag, Jahrestage oder ähnliches? Der TellerRand stellt vor: ein Exklusiv-Interview mit „Mademoiselle Mensa“!
TellerRand: Wie lange sind sie schon bei den Studentenwerken tätig?
Mademoiselle Mensa: Nächstes Jahr sind es 20 Jahre, also seit 1989. Ich habe dabei alle Stationen mitgemacht, von der Küche bis hierher. Seit 2001 bin ich am Infopoint.
T.: Was haben Sie vor der Arbeit im Studentenwerk gemacht?
MM: Ich kam als Au-Pair nach Deutschland. Da lernte ich meinen Mann kennen, der ein Hotel hat. Dort arbeitet ich ab und zu und später Vollzeit. Mein Studium der Pharmazie gab ich dann auf. Und heute bin ich hier und habe zwei Kinder.
T.: Sind sie wirklich Französin?
MM: Ja, sicher. Mit Leib und Seele! Ich bin eine Parisienne! Ich habe aber auch italienische Großeltern väterlicherseits. Es wurde auch schon oft nachgefragt, da einige Studenten sogar gewettet hatten. Da gab es Ideen, dass ich Polin wäre oder auch nur so tue einen französischen Akzent zu haben.
T.: Welche war die lustigste Ansage, die sie jemals gemacht haben? MM: *lacht* Ach je. Zum Beispiel hat jemand einmal eine Wette verloren und ist dann als Frau verkleidet durch die Mensa gegangen. Da habe ich Ihn als Frau begrüßt! Oder Geburtstagsgrüße, die ich mit der Partyadresse durchgegeben habe, weil die Freunde diese erwähnten. Das mit den Durchsagen hat ungefähr vor vier Jahren angefangen.
T.: Werden Sie auf der Straße erkannt?
MM: Ja, in Köln! Beim Bummeln fragte mich jemand, ob ich nicht die Durchsagen in der Marburger Mensa machen würde. Ansonsten werde ich auch öfters hier in Nähe der Uni erkannt. Ich wurde aber auch schon für Madame Nathalie von Harald Schmidt gehalten. Das ist mir schon früher passiert als ich für das Radio angesprochen wurde.
T.: Bleiben Sie uns noch lange als „Mademoiselle Mensa“ erhalten?
MM: Ich hoffe! Solange mein Lohn noch kommt. 2017! Dann gehe ich.
T.: Was sagt ihr Chef zu Ihrer Rolle als „Mademoiselle Mensa“?
Chef: Temperamentvoll! Und unbezahlbar!
MM: Und ich stehe voll hinter meinem Chef.
T.: Möchten Sie sonst noch gerne unseren TellerRand-Lesern und den Studierenden etwas sagen?
MM: Ich wünsche allen ein erfolgreiches Studium, ich will ja später meine Rente bekommen *lacht*. Und dass jeder einzelne sein kleines Glück findet und festhält und damit zufrieden ist. Es läuft nicht immer alles perfekt, aber glücklich kann man trotzdem sein.
T.: Was wünschen Sie sich für sich?
MM: Dass ich noch weiter gesund bleibe, um viele weitere Durchsagen machen zu können. Das ist doch ganz nett. Man muss immer etwas von seiner Kindheit behalten.
T.: Vielen Dank für das sehr nette Interview!