Der Anfang des Semesters sollte dieses mal besonders ätzend werden. Meinen Stundenplan hatte ich bereits Wochen vor Vorlesungsbeginn mühevoll zusammengebastelt und dann das: den Verantwortlichen des Instituts für Politikwissenschaft fiel auf einmal ein, man könnte ja die Studienordnung für das Lehramt ändern! Offiziell veröffentlicht Ende September auf der Fachbereichsseite (und mal im Ernst: wer guckt denn regelmäßig auf die Fachbereichsseite?). Nicht nur, dass zum aktuellen Semester ohnehin einige Professorenstellen wegfielen, die noch neu besetzt werden müssen, und somit etliche Studierende auf Alternativen zu ihrem eigentlichen Studienplan ausweichen mussten – nein, plötzlich kam man auf die Idee die Struktur der Wahlpflichtmodule zu ändern als auch ein Pflichtmodul hinzuzufügen. Und das bei einem seit drei Jahren bestehenden Modulhandbuches. Meine bisher belegten Module und Planungen für das neue Semester passten nun nicht mehr in die neue Studienordnung. Für mich hieß das: Stundenplan umwerfen, in der ersten Woche des Semesters. Da dachte ich mir: okay, halb so schlimm solange es noch die Studienfachberatung gibt, die mir Klarheit verschaffen kann. Aber dann ein weiterer Schlag: eine offizielle Studienfachberatung stehe derzeit nicht zur Verfügung, sagte mir der bis dahin Verantwortliche, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Grandios! Studienpläne, die es einem Studierenden erleichtern sollen, klarer und schneller durch das Studium zu kommen – davon kann anscheinend keine Rede sein. Es verschafft ein stressigeres Studium und bestätigt die Befürchtung, dass man noch immer ein Versuchskaninchen der Modularisierung ist. Es sollte endlich an der Zeit sein aus der Modularisierung das Beste zu machen und den Studierenden -auch in Bachelor-Studiengängen- mehr Transparenz zu verschaffen.
(Carmen, LA FB 03)